Mentales Training als Weg zur bewussten Wahl
Ein wesentlicher Aspekt des mentalen Trainings ist die Frage nach der Realität. Was ist eigentlich Realität? Gibt es so etwas wie Realität überhaupt - und wenn ja, wie viele? Gilt sie für Alle, oder ist sie eher individuell? Fragen über Fragen....
Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen, dass die Realität in der wir leben das Ergebnis unserer Wahrnehmung und unserer Interpretation dieser Wahrnehmung ist. So weit, so gut. Was aber nehmen wir wahr? Ist es möglich, jederzeit Alles wahrzunehmen? Und würden wir Alle diese Wahrnehmungen in der selben Weise interpretieren? Wohl kaum. Konsequent weitergedacht bedeutet dieser Ansatz, dass es vermutlich so viele unterschiedliche Realitäten gibt, wie Menschen auf dieser schönen Erde leben.
Halten wir also fest, dass es auf Grund unserer zwar großartigen, aber doch beschränkten Gehirnleistung nicht möglich ist, die Gesamtheit der Ereignisse rund um uns wahrzunehmen und zu verarbeiten. Um dennoch sinnvoll agieren zu können, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Teilaspekte, bilden einen Fokus. Vergleichbar mit dem Strahl einer Taschenlampe, die im Dunkeln einen bestimmten Ausschnitt sichtbar macht, während alles Andere verborgen bleibt. Dies ist also Deine Realität, die Du wahrnimmst, interpretierst, und die damit deine Gedanken und Emotionen bestimmt.
Damit wären wir bei der Frage angekommen, wer eigentlich festlegt, welchen Ausschnitt des Ganzen wir wahrnehmen und damit zu unserer Realität machen. Dieser Prozess geschieht meist unbewusst, als Ergebnis unserer Konditionierungen und Gewohnheiten. Wir leben in einer Welt der Informationsüberflutung, in der Medien sich ständig gegenseitig mit Katastrophenmeldungen übertrumpfen. Öffne eine Zeitung, schalte den Fernseher oder das Radio ein, oder höre Menschen beim Smalltalk zu - zum größten Teil dreht sich Alles um die Widrigkeiten dieser Welt. So "trainiert" dein Unbewusstes nach und nach, deine Aufmerksamkeit auf diese Dinge zu konzentrieren. Die Ergebnisse deiner Wahrnehmung bestätigen dann, dass die Welt ein übler Ort ist, der Fokus auf das Negative wird gefestigt, und ein Teufelskreis beginnt sich zu drehen, der dein Wohlbefinden stark beeinträchtigen kann. Was nun?
Die gute Nachricht ist, dass du die Ausrichtung deiner Aufmerksamkeit bewusst steuern kannst. Du bestimmst, wohin der Strahl deiner "mentalen Taschenlampe" sich richtet. Im Sinne des eigenen Wohlbefindens ist es wichtig, auch einen großen Teil deiner Wahrnehmungskapazität auf die guten Dinge im Leben zu richten, die ebenso vorhanden und gültig sind. Das bedeutet keineswegs, sich die rosarote Brille aufzusetzen und definitiv bestehende Probleme auszublenden. Viel mehr geht es darum, im gleichen Ausmaß auch die positiven Seiten des Lebens wahrzunehmen, sie sich bewusst zu machen, damit deine Realität in der Balance bleibt. Mentales Training kann dir hier gute Dienste leisten, um alte, eingefahrene Muster aufzulösen und dem Denken eine neue Richtung zu geben.
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