Die Zusammenhänge von Gedanken und Gefühlen
Durch die Eltern lernen wir, was gut und was schlecht für uns ist, was man tun darf und was nicht. Wir lernen unser Verhalten als richtig oder falsch, gefährlich oder ungefährlich einzuschätzen. Unsere Eltern helfen uns, beim Erlernen dieser Verhaltensweisen, indem sie mit Lob, Tadel, Bestrafung oder Nichtbeachtung reagieren. Sind die Bewertungen einmal in unserem Kopf, d. h. wir denken alleine für uns selbst, was die Eltern bislang laut geäußert haben, entwickeln wir auch das zugehörige Gefühl. Diese Bewertungen, was gut und was schlecht ist, sind an den Maßstäben und der Lebensphilosophie unserer Eltern orientiert. Wir übernehmen es ungeprüft, weil uns die Fähigkeit und Reife zur Überprüfung der Regeln fehlt. So lernen wir unsere Maßstäbe bezüglich Pünktlichkeit, Ordentlichkeit, Durchsetzen von Bedürfnissen, Ausdrücken von Gefühlen, Bedeutung der Anerkennung von andern. Was gegen unsere Normen und Maßstäbe verstößt, fühlt sich falsch und unrichtig an. Verstoßen wir dennoch dagegen, empfinden wir Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen. In jedem bewussten Augenblick unseres Lebens bewerten wir die Ereignisse um uns herum und uns selbst. Wir führen ein inneres Selbstgespräch. Es läuft so automatisch ab, dass es uns nicht oder nur noch selten bewusst ist. Unsere Bewertungen sind erlernt. Sie setzen sich zusammen aus eigenen, unmittelbaren Erfahrungen und aus dem, was wir von unserer Umwelt direkt vermittelt bekommen oder gelesen haben. Hatten unsere Eltern große Angst vor Ansteckung und Krankheit, haben wir diese Einstellung möglicherweise auch übernommen. Wir brauchen nur in eine bestimmte Situation zu geraten und automatisch entsteht das entsprechende Gefühl. In Wirklichkeit haben wir gelernt, auf eine bestimmte Weise zu reagieren. Die Situaton kann nichts an Gefühlen in uns auslösen, wofür wir nicht die passenden Gedanken haben. Ausnahme hierfür sind bestimmte Reflexe und der körperliche Schmerz. Körperlicher Schmerz wird ausgelöst, gleichgütig, was wir denken. Aber wie stark wir Schmerz empfinden, hängt wieder von unseren Bewertungen und Gedanken ab.
Manuela Kammerhofer
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